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URUSHI
- Der älteste Naturlack der Welt
Seit
wahrscheinlich über 10.000 Jahren
wird im asiatischen Raum Urushi verarbeitet.
Urushi
ist ein ,,Naturlack'' mit dem bis heute
Gebrauchs- und Kultgegenstände aus Holz, Keramik, und anderen
Werkstoffen überzogen werden, um Sie zu dekorieren oder die
Gebrauchseigenschaften zu verbessern.
Bei
Urushi handelt es sich um den milchigen,
zähflüssigen Saft des Lackbaumes Rhus vernicifera aus
der Familie der Anacardiaceae der in China, Korea, Japan und dem
östlichen Himalaya verbreitet ist und seit der Steinzeit auch
als Klebemittel dient. Im flüssigen Zustand ist der Rohlack
giftig und kann starke allergische Reaktionen, Haut- und
Schleimhautentzündungen hervorrufen.
Die
Aushärtung von Urushi ist ein
komplexer Vorgang, der bei ca. 30ºC und 80-85% relativer
Luftfeuchtigkeit in speziellen Feuchtschränken (urushi-furo)
abläuft.
Neben
seinen hervorragenden optischen
Eigenschaften, wie Transparenz und Hochglanz, ist besonders die hohe
Beständigkeit des ausgehärteten Urushi
gegenüber Wasser, Lösungsmitteln -
einschließlich Alkohol, Säuren und Alkalien
hervorzuheben. Bemerkenswert ist auch seine relativ hohe
Beständigkeit gegenüber Temperaturen bis etwa 280°C.
Urushi
ist nicht nur alterungsbeständig
und Lebensmittelecht, sondern nach heutigen Erkenntnissen im
ausgehärteten Zustand völlig ungiftig. UV-Strahlen
bewirken allerdings eine Aufspaltung der Netzbindung an der
Lackoberfläche und haben die Entstehung feiner Haarrisse zur
Folge. Dem kann jedoch durch ein Auftrag von Pudergold abgeholfen
werden.
Ausgehärteter
Urushi weist zwar bei
normaler Handhabung eine lange Lebensdauer auf, ist aber dennoch kein
Wundermaterial. Da es sich um einen natürlichen Werkstoff
handelt, können Qualitätsschwankungen auftreten, die
auch durch noch so sorgfältige Aufbereitung und Verarbeitung
nicht auszugleichen sind. Deshalb weisen auch mit Urushi beschichtete
oder geklebte Objekte in Abhängigkeit der Intensität
des täglichen Gebrauches oder unterschiedlichster
Umwelteinflüsse mehr oder weniger schnell bleibende Spuren
auf, die sich zum Beispiel in Form von Ablösungen,
Glanzveränderungen oder Kratzer zeigen können.
Literaturquelle:
Drescher, Stefan; ,,kintsugi Technik - Japanische Goldverbindung" KOREST Porzellanrestaurierungsbedarf, 2011 |